Ein Fixstern namens WOW

Kann man 25 Jahre planen? Sicherlich nicht. Schon drei Jahre sind fast unmöglich. Und jeder, der wie wir jetzt an der Planung für das kommende Jahr sitzt, weiß, dass selbst das nie wirklich funktioniert. Irgendwie sieht ein Jahr in der Retrospektive immer anders aus, als man es sich vorgestellt und vorgenommen hatte. „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen“, heißt es in einem Song von John Lennon.  

Als Martina Keller und ich vor 25 Jahren die Profilwerkstatt gründeten, hatten wir keine großen Pläne. Und selbst wenn, sie hätten nie das beschrieben, was die Profilwerkstatt heute ist: Mehr als 80 wunderbare Menschen, die in Darmstadt, München und Düsseldorf arbeiten, mehr als 30 tolle Kunden, für die Print- und Online-Magazine, Content-Hubs, PR-Kampagnen, Social Media-Kampagnen, Videos und Podcasts entwickelt werden.  

Man kann sich treu bleiben 

Damals, am 1. Oktober 1994, gründeten wir ein Journalistenbüro. Nicht in einer Garage, aber am Tisch einer Wohnküche. Wir wollten es einfach. Wir wollten etwas zusammen machen. Wir haben für das Darmstädter Echo geschrieben, für die Frankfurter Rundschau, die taz, für dpa. Wir waren gerne Zeitungsjournalisten.  

1999 wechselten wir erstmals auf die „dunkle Seite der Macht“. Das erste Kundenmagazin. Auftragsjournalismus für Unternehmen war für echte Journalisten damals ein absolutes No-Go. Das ist heute anders. Auch, weil viele Journalisten erkannt haben: Man kann sich treu bleiben, weil – wenn man Content Marketing oder früher Corporate Publishing richtig verstanden hatte – es schon immer um die richtigen Geschichten ging, nicht um Werbe-Blabla. 

Journalistenbüro, PR-Agentur, Corporate Publisher, Content Marketing-Agentur – Haus der Contentexperten: die Profilwerkstatt verändert sich seit 25 Jahren. Nicht laut, eher leise.  

Sich zu verändern bedeutet nicht, immer alles „Alte“ über Bord zu werfen. Wir sind zum Beispiel heute andere Journalisten als in den Zeiten, als wir für Tageszeitungen gearbeitet haben, und dennoch gibt es einen Grundsatz bei uns, dem wir treu bleiben wollen: Dass wir Geschichten erzählen wollen, die an den Lagerfeuern dieser Welt, auch den digitalen, weitererzählt werden. Dass die richtigen Geschichten den Unterschied machen. Dass der Inhalt zählt. 

Verlieben – und begeistern 

Wir wollen mit unserer Arbeit einen Beitrag leisten, damit sich Menschen in Unternehmen verlieben. Und Kunden (oder Mitarbeiter) werden. Auch wenn das pathetisch klingt – genau das ist unsere Aufgabe, das Nutzenversprechen der Profilwerkstatt an unsere Kunden. Wir möchten Menschen von Unternehmen begeistern. Sie sollen sich durch unseren Content verbunden fühlen und nicht, weil es Rabatte, Prozente und Schnäppchen gibt.  

Natürlich braucht es dafür auch die richtigen Produkte und Dienstleistungen, eine Haltung auf Seiten der Unternehmen. Das alles können wir nur bedingt beeinflussen. Aber wir können dafür sorgen, dass Unternehmensinhalte überzeugen, genau zur richtigen Zeit verfügbar sind, mit genau den Informationen, die in diesem Moment benötigt werden. Mal sachlich, mal emotional. Die zeigen, dass Unternehmen nicht per se böse und nur renditegetrieben sind. Sondern, dass sie ein wichtiger Teil im Leben ihrer Kunden sein können/wollen/müssen. Denn jedes Unternehmen hat grundsätzlich nur einen Zweck – seinen Kunden zu nutzen.  

Menschen sollen sich in Unternehmen verlieben. Durch Inhalte, nicht durch „Geiz ist geil“-Blendwerk. Sie sollen Kunden (oder Mitarbeiter) werden und immer wieder aufs Neue finden, dass es sich lohnt, eine lange, glückliche Beziehung mit genau diesem Unternehmen einzugehen.  Das ist unsere Mission für unsere Kunden. Wir möchten jeden Tag erreichen, dass unsere Kunden sagen: „Wow, was die sich wieder haben einfallen lassen.“ Dass das nie zu 100 Prozent gelingen wird – das ist klar. Aber der Weg ist das Ziel.  

Damit unser Weg der richtige bleibt, hängen in unseren Büros zur Erinnerung drei große Buchstaben „WOW“. WOW ist der Fixstern der Profilwerkstatt, das, was für Seefahrer der Nordstern ist. WOW zu Projekten, zu Kunden sagen zu können, ist das Ziel. Sich WOW zu fühlen, wenn man in der Profilwerkstatt arbeitet, ebenfalls. Natürlich klingt das erst einmal unspezifisch – und es ist eine wichtige und ständige Aufgabe von uns, dieses WOW immer greifbarer zu machen. Der Gedanke steckt schon immer in der DNA der Profilwerkstatt: Es geht um gegenseitige Wertschätzung, um Vertrauen und Verantwortung. Es hat uns auch formulieren lassen, dass es um Arbeit geht, die wir als sinnstiftend empfinden. Um Haltung. Ob wir jemals wirklich zufrieden sein werden und sagen können, das Ziel haben wir komplett erreicht – unwahrscheinlich. Nur: wer nicht losläuft, kommt garantiert nie an. 

Kommunikation ist kein Kostenblock 

WOW lässt sich auf alles herunterbrechen und konkretisieren: ein tolles Konzept, ein tolles Projekt, eine tolle Zusammenarbeit mit einem Kunden, mit einem Kollegen. 

WOW bringt uns auch zu einem Haltungs-Punkt, über den wir intensiver reden müssen, gerade jetzt, gerade, wenn die Wirtschaftsprognosen düsterer werden: dass in Unternehmen Kommunikation nicht als Kostenblock, sondern als Investition gesehen werden muss. Wenn verstanden wird, dass der Wert von Arbeit nicht in der Stundenzahl bemessen werden darf, die man dafür gebraucht hat – dann sind wir auf dem Weg. Wenn ein Video zu einem internen Thema bei einem Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern dafür sorgt, dass das Thema innerhalb von 10 Minuten verstanden wird statt in 30 Minuten, die eine Präsentation bei Teammeetings gedauert hätte – dann spart das 20.000 Minuten Arbeitszeit. Das sind 333 Stunden. Ist das nicht viel mehr wert als die 16 Stunden, die die Ideenentwicklung und Produktion vielleicht gedauert hat – und die nur in der Regel bezahlt werden?   

In WOW steckt ganz viel Wertschätzung, in jeder Beziehung. Das ist unser Weg. Die Profilwerkstatt geht ihn und verändert sich dabei seit 25 Jahren. Sie wird sich weiter verändern. Das ist auf jeden Fall sicher. Einen genauen Plan haben wir dafür weiterhin nicht. Eine Idee, einen Nordstern: ja.  

Und wir arbeiten mit tollen Menschen zusammen, durch die wir sicher sind, dass der Weg ein guter bleibt.