3, 2, 1… Bild weg – Snapchat für Alle.

Snapchat gehört mit etwa 100 Millionen täglichen Nutzern mittlerweile zu den ganz Großen unter den Online-Communitys und die Zahl der Anmeldungen wächst stetig. Dabei kommt die Kombination aus Messenger-Dienst und  sozialem Netzwerk vor allem bei den Jüngeren an, so sollen nach  Angaben von Snapchat 45 Prozent der Nutzer zwischen 18 und 24 Jahre alt sein. Einmal ausprobiert, wundert das kaum – bunte Farben, verzerrende Filter und Emoticons sorgen für den nötigen Unterhaltungsfaktor. Und das mit Erfolg, laut Business Insider beläuft sich die Verweildauer der Nutzer bereits auf 25-30 Minuten am Tag. Snapchat erreicht, zumindest in den USA, 41 Prozent der 18 bis 34-Jährigen, Fernsehen hingegen nur sechs Prozent in dieser Altergruppe: Willkommen im Werbeparadies.

Bildchen, zerstöre dich!

Die App lebt von Momentaufnahmen, die entweder mit einzelnen Freunden oder ganzen Anhängerschaften per Snapchat-Story geteilt werden. Das Besondere hierbei ist die Haltbarkeit der Inhalte. Verschickte Bilder zerstören sich nach nur wenigen Sekunden, Snapstorys wiederum nach mindestens 24 Stunden. Die Nutzer müssen sich vermeintlich keine Sorgen um das Speichern ihrer Daten machen, die Angst um ein nicht-perfektes Auftreten oder um mangelnden  Speicherplatz fällt weg, Bilder und Videos können nahezu inflationär verschickt werden – vielleicht ist das genau das Erfolgsrezept?

„Ich fühle mich alt!“

Dieser Satz springt so einigen Neulingen (auch gerne Anfang 20-Jährigen) über die Lippen, wenn sie das erste Mal versuchen, sich in der App zu Recht zu finden. Und ja, zugegebenermaßen ist die Navigation des gelben Netzwerks auch ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Sogar Social Media Experten scheint das mehr als bewusst zu sein, Philipp Steuer (ehemals Google und aktueller Professor für Mobile Journalism & Storytelling an der TH Köln) hat sich dem Thema angenommen und Anfang des Jahres „Snap me if you can“ veröffentlicht. Dabei soll das kostenlos erhältliche Ebook mit einem Leitfaden zur Nutzung von Snapchat ein wenig Licht ins Dunkle bringen – und das nicht nur für Anfänger.

Doch braucht es wirklich ein ganzes Buch, um sich durch den Dschungel zu kämpfen? Die gute Nachricht – Snapchat lässt sich schon mit einigen Basics austesten, alles andere ergibt sich nach und nach. Die Grafik auf onlinemarketing.de bietet jedenfalls einen guten Überblick, um die Funktionen genauer kennenzulernen.

grafik final

Symbole, Tools und mehr: Diese Grafik hält einige nützliche Informationen bereit. Via onlinemarketing.de.

Prominente Beispiele

Anders als bei Netzwerken wie Instagram kommt es bei Snapchat nicht unbedingt auf das geschönte Leben drauf an, das Zerstören der Inhalte gibt dem ganzen einen natürlichen Live-Charakter. Die User präsentieren sich auf Snapchat meist sehr authentisch und machen sich dabei nicht selten zum sprichwörtlichen Affen.

Influencer

Kreativität im Alltag: Geeohsnap.

Manche machen dies so erfolgreich, dass sie davon leben können. Ein schönes Beispiel ist der norwegische Künstler und Grafiker Geir Ove Pedersen, der mit seinen Bildverfremdungen regelmäßig bis zu 50.000 Follower erreicht. Dabei peppt er meist langweilige Alltagsfotos mit so manch Buntem und Tierischen auf. Unternehmen wie etwa Starbucks oder Walt Disney erkannten bereits das Influencer-Potenzial und heuerten ihn an.Storytelling par excellence!

Dass bisher eher wenig deutsche Unternehmen auf den Snapchat-Zug aufgesprungen sind, sollte hinsichtlich der wachsenden Reichweite als Chance betrachtet werden. Noch lassen sich dort Kommunikationsmaßnahmen ohne viel Aufwand unterbringen. Mit Geofilter On Demand hat man neuerdings sogar die Möglichkeit eigens angefertigte Filter hochzuladen, die beispielsweise bei Events vielfältig einsetzbar sind und die sonst fehlenden Hashtags ersetzen.

Sixt gilt bisher als Vorreiter-Unternehmen, die ihren Snapchat-Auftritt hauptsächlich mit einem crossmedialen Ansatz verfolgen. Eng verzahnt mit dem Instagram-Kanal verwirklicht der Autovermieter dort nicht nur Eindrücke von Probefahrten, auch sogenannte Takeovers werden realisiert. Dabei geht es darum, Bloggern oder anderen Influencern die inhaltliche Fütterung der beiden Bildnetzwerke zu übergeben und sie so beispielweise ihren Roadtrip mit einem der Sixt-Leihwagen dokumentieren zu lassen. Für potenzielle Kunden bietet das eine neue, frische Art Inhalte und somit auch die Marke zu erleben.Sixt